US-Forscher entdeckten, dass durch die Nanotechnik zukünftig eine Chemotherapie erträglicher werden könnten. Leberkrebszellen können mit Medikamenten beladene Nanopartikel effizient abtöten, was zu geringeren Nebenwirkungen bei Chemotherapien führt.
In einer Studie fügten US-Forscher einer Zellkultur aus Leberkrebszellen Tausende von winzigen Nanoteilchen hinzu. Diese nur ein Millionstel Meter großen Teilchen dockten an die Krebszellen an und entluden ihre chemische Kraft. Innerhalb nur eines Tages konnte fast die gesamte Zellkultur vernichtet werden. Zukünftig könnte diese Methode dabei helfen, die Nebenwirkungen einer Chemotherapie deutlich zu minimieren. Die Forscher der University of New Mexico in Albuquerque berichteten für ihre Ergebnisse im Fachmagazin „Nature Materials“.
Für die Nanocontainer wählte das Forscher-Team um C. Jeffrey Brinker das Material Siliziumdioxid. Daraus wurden poröse Kügelchen mit einem Durchmesser von 150 Millionstel Millimetern hergestellt. Die Partikel sogen sich mit Krebsmedikamenten einer Chemotherapie voll, als sie in eine Wirkstoff-Lösung eingetaucht wurden. Um eine effiziente Tumorbehandlung zu erreichen, wurden die Nanofrachter mit einem dünnen Mantel aus Liposomen umhüllt. So können die Nanofrachter die Krebszellen selektieren und erkennen und schonen gesundes Gewebe.
In zahlreichen Laborversuchen wurde die Wirksamkeit dieser Methode bestätigt. Die Nanofrachter dockten mit einer 10.000-fach erhöhten Wahrscheinlichkeit an Krebszellen an. Innerhalb von 24 Stunden starben bis zu 97 Prozent der Tumorzellen ab. Bislang wurden die Versuche nur unter dem Mikroskop durchgeführt. Bis es zu klinischen Testreihen mit Krebspatienten kommen kann, müssten erst noch Versuche an Mäusen erfolgen.
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